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Marrakesch (arabisch: مراكش Murrākush), bekannt als die Perle des Südens, das Tor zum Süden sowie als die Rote oder...

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Kunst 10 Feb 2016 3 Min. Lesezeit

Die Erinnerung an die Ockerstadt, transkribiert durch die Kunst der Halqa

Die Erinnerung an die Ockerstadt, transkribiert durch die Kunst der Halqa

„Erinnerung an Marrakesch: Porträts in der Kunstgeschichte der Halqa auf dem Platz Jamaâ Lafna“ ist der Titel des neuesten Werkes, das dem mythischen Platz der Ockerstadt gewidmet ist.

Die Geschichte von Marrakesch bleibt eng mit seinem emblematischen Platz Jamaâ Lafna verbunden, einem wahren Freilufttheater, das 2001 von der UNESCO zum Meisterwerk des mündlichen und immateriellen Erbes der Menschheit erklärt wurde. Als schlagendes Herz der Stadt ist dieser Raum für die Verbreitung von Aufführungen par excellence weiterhin eine Quelle der Inspiration und Kreativität für Generationen von Schriftstellern, Künstlern und Forschern, wie die Vielzahl der ihm gewidmeten Werke bezeugt.

Der Letzte, der sich dieser Anthologie von Autoren anschließt, ist kein Geringerer als der Forscher Abderrahmane El-Malhouni, der gerade ein ebenso umfangreiches wie faszinierendes Buch mit dem Titel „Erinnerung an Marrakesch: Porträts in der Kunstgeschichte der Halqa auf dem Platz Jamaâ Lafna“ veröffentlicht hat. In diesem 528-seitigen Werk im Großformat in zwei Bänden bietet der Autor wertvolle Informationen über diesen mythischen Platz, seine verschiedenen Akteure und seine Volkstraditionen, die es dem Leser ermöglichen, die verborgenen Geheimnisse dieses „Hofs der Wunder“ kennenzulernen, der als ein geschichtsträchtiger Kulturraum gilt.

Bestehend aus 22 Kapiteln, versteht sich dieses Werk als wissenschaftlicher Führer für jeden Liebhaber und Kritiker des Platzes. Das Werk stellt eine wesentliche Referenz dar, die klar und erschöpfend auf die verschiedenen Fragen antwortet, die sich insbesondere auf die Geschichte der Stadt Marrakesch und die verschiedenen Facetten ihrer Volkskultur beziehen.

Die Halqa nimmt als Ort der mündlichen Überlieferung der Kultur und als Garant des künstlerischen Gedächtnisses einen besonderen Platz in diesem Buch ein. Als Kenner taucht uns Abderahmane El-Malhouni in diese Sphäre ein, die zwischen dem Geschichtenerzähler und seinem Publikum um jahrhundertealte Geschichten herum geschaffen wurde, darunter Erzählungen aus „Tausendundeiner Nacht“ und große arabische Epen. Der Autor hat sich in der Tat mit der überragenden Rolle befasst, die Geschichtenerzähler schon immer auf dem berühmten Platz Jamaâ Lafna gespielt haben und deren Anzahl leider ständig abnimmt, ohne dass für Nachwuchs gesorgt ist.

Die Namen einiger Erzähler, die sich seit Jahrzehnten auf diesem Freilufttheater abgewechselt haben, sind unvergänglich und werden für immer im Gedächtnis der Marrakchis eingraviert bleiben, so der Forscher, der unter anderem Cheikh Barghout, Cheikh Mrika, Haj Ben Ba Ahmed, Sidhoum Moulay Mehdi, Moulay Ahmed El-Gazi, Cheikh Jilali, Cheikh Ba Abbes, Oulad Kharkhar Zemmouri, Cheikh Flifla, Moulay Abdeslem Assaroukh und Houcine Bakchich nennt.

Mit dem rasanten Anstieg der kommerziellen Aktivitäten auf dem Platz wurde die Kunst der Geschichtenerzähler und anderer Akteure leider in den Hintergrund gedrängt. An den Rand gedrängt, sehen sie sich gezwungen, unter immer prekäreren Bedingungen zu arbeiten, und fühlen sich in ihrem eigenen Universum als Fremde, beraubt von diesem magischen Ort, dessen Meister sie einst waren.

Es ist wirklich an der Zeit, diese jahrhundertealte Kunst, die den Ruf von Jamaâ Lafna begründet hat, vor dem Verschwinden zu retten. Die zwei oder drei „Hlayqiya“, die noch am Leben sind, haben große Schwierigkeiten, ihr Know-how weiterzugeben, und die Jungen sind ihrerseits nicht wirklich bereit, die Fackel ihrer Eltern zu übernehmen. Um diese Volkstraditionen zu bewahren, erweist es sich als mehr als dringend, eine Schule zur Ausbildung junger Geschichtenerzähler zu gründen.

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