Der soziale Dialog nimmt mit dem heutigen Treffen der Kommission für den öffentlichen Sektor wieder Fahrt auf. Ein Treffen, das vom Minister für den öffentlichen Dienst und die Modernisierung der Verwaltung, Abdelaâdim Guerrouj, geleitet wird und an dem die 5 repräsentativsten Gewerkschaften teilnehmen werden, die an den Gesprächen des sozialen Dialogs beteiligt sind. Zwei Punkte werden diskutiert, nämlich die Arbeitsmethodik und die Prüfung der Tagesordnung zur Festlegung der Prioritäten.
Diese Wiederaufnahme dieser Runde zum versprochenen Zeitpunkt wurde von einem Kampf mit verdeckten Karten zwischen dem Arbeitsminister und den Gewerkschaften über das Gesetz zur Regelung des Streikrechts vorangestellt, dessen ursprünglicher Entwurf von der ehemaligen Regierung vorbereitet und wegen des Aufschreis dagegen in die Schubladen gelegt worden war.
Unter dem Zeichen der Ablehnung dieses Entwurfs beabsichtigen die Gewerkschaften, mit Ausnahme der UGTM, ihren Kampf zu führen. Ein Kampf, der ihnen umso entscheidender erscheint, als dieses Projekt Teil eines Pakets ist, das andere Texte umfasst, nämlich das Gesetz zur Regelung der Berufsverbände und die außergewöhnlichen Bedingungen, die den Abschluss von befristeten Verträgen ermöglichen.
Alle diese von der Regierung einseitig ausgearbeiteten Texte scheinen den Sozialpartnern nicht zu gefallen, da sowohl die FDT als auch die UMT beispielsweise bereits Stellung dazu bezogen haben. Sie haben beispielsweise ihre reine Ablehnung des Gesetzentwurfs zum Streik bekräftigt. Eine Initiative, die sich umso leichter erklärt, als die Regierung im Finanzgesetz nur die Umsetzung der Bestimmungen aufgenommen hat, zu denen sich ihr Vorgänger verpflichtet hatte.
Hat die Regierung Benkirane den Gewerkschaften etwas Neues zu bieten? Würde die aktuelle Wirtschaftslage dies zulassen? Nichts ist weniger sicher. Als Beweis dafür widmet die Regierung in ihrem Budget 2012 nur 13,2 Milliarden DH der Umsetzung der im Rahmen des sozialen Dialogs 2011 eingegangenen Verpflichtungen, wobei bekannt ist, dass viele Maßnahmen, die im Abkommen vom 26. April 2011 enthalten sind, auf ihre Umsetzung warten. Ist dieses Budget in der Lage, die Gewerkschafter zufrieden zu stellen und auf ihre Forderungen zu reagieren? Wird es der Regierung gelingen, den sozialen Unmut zu dämpfen, der insbesondere nach ihrer Entscheidung, Abzüge bei den Gehältern und Löhnen aller Streikenden vorzunehmen, insbesondere bei denen der öffentlichen Verwaltung, weiter geschürt wurde?
Nachrichten 10 Apr 2012 2 Min. Lesezeit
Sozialer Dialog: Tagesordnung und Methodik heute geprüft

