Der Hafen Tanger-Med, einer der größten Afrikas, ist zu einem Aushängeschild der marokkanischen Wirtschaft geworden und setzt seine Entwicklung unter strenger Überwachung fort: 500 Kameras oder auch 700 elektronische Sensoren wachen über die Sicherheit dieser strategischen Anlage an der Straße von Gibraltar.
Etwa 40 km von der Stadt Tanger entfernt, ist diese Mega-Plattform, die 2007 mit einer Anfangsinvestition von 3,5 Milliarden Euro eingeweiht wurde, mittlerweile eine echte kleine Stadt.
Etwa zwei Millionen Passagiere und 700.000 Autos - ganz zu schweigen von den Lastwagen - passieren sie jedes Jahr, gibt ihre Generaldirektorin Najlaa Diouri bei einem Besuch für eine Gruppe europäischer Journalisten gegenüber der AFP an.
In der Gewerbezone werden jährlich drei Millionen Container abgefertigt. Eine Zone ist zudem dem Automobilhersteller Renault gewidmet, der über ein Werk im Hinterland von Tanger verfügt.
Aufgrund seiner strategischen Lage am Eingang einer der drei meistbefahrenen Seewege der Welt (mehr als 100.000 Schiffe pro Jahr, 20 % des Welthandels) ist Tanger-Med jedoch mit Sicherheitsherausforderungen konfrontiert, die seine Verantwortlichen dazu veranlasst haben, eine beeindruckende Vorrichtung vorzusehen.
Kurz nach seiner Einweihung wurde ein Vertrag über 20 Millionen Euro mit Cassidian, der Verteidigungssparte des europäischen Konzerns EADS, unterzeichnet, und bis heute wurden „mehr als 2.000 elektronische Ausrüstungen“ eingesetzt, erklärt Emmanuel Flory, Direktor der Programme zur Grenzüberwachung und kritischen Infrastrukturen. Was die „Hauptbedrohungen“ betrifft, so handelt es sich um das Terrorrisiko, „das für eine so strategische Struktur nicht ausgeschlossen werden kann“, und den Drogenhandel, „mit der Nähe einer produzierenden Region“ (dem Rif), fährt er fort.
Aber die erste davon bleibt die illegale Einwanderung, mit den nahe gelegenen spanischen Küsten (15 km), bemerkt Herr Flory.
In Tanger ist der Großteil der Exilkandidaten junge Marokkaner auf der Suche nach Arbeit, so der Sicherheitsoffizier Mohamed Amine El Fatmi, der von durchschnittlich 700 Eindringversuchen pro Monat auf dem Gelände berichtet, insbesondere von Personen, die versuchen, sich in Lastwagen zu verstecken.
Nachrichten 12 Jun 2013 2 Min. Lesezeit
Der Hafen Tanger-Med, ein Aushängeschild unter strenger Überwachung

