Die spirituelle Stadt beherbergt vom 8. bis 14. April die achte Ausgabe des Mittelmeer-Buchfestivals, das im Kulturkomplex „Al Hourria“ unter dem Motto „Mittelmeerkulturen: Vielfältige Stimmen“ stattfinden wird. Organisiert von der Stiftung „Club du livre au Maroc“ in Partnerschaft mit dem Kulturministerium und der Stadtgemeinde Fès, versteht sich dieses Festival als Raum für die Dynamisierung der marokkanischen Kultur und die Aufwertung des Erbes des Landes, das ein integraler Bestandteil der tausendjährigen Zivilisation des Mittelmeerraums ist. Diese Ausgabe wird durch die Verleihung des Internationalen Preises von Fès für Kreation 2016 an den pluralistischen Schriftsteller Hassan Nejmi, ehemaliger Präsident des marokkanischen Schriftstellerverbandes, als Zeichen der Anerkennung, Wertschätzung und Achtung für seine vielfältige Erfahrung in literarischem, poetischem, kritischem und medialem Schreiben, das für die mediterrane und universelle Kultur offen ist, gekennzeichnet sein.
Ein Kolloquium zum aktuellen Thema „Der Diskurs über den radikalen Islam: Welche Herausforderungen? Welche Grenzen? Welche Perspektiven?“ wird ebenfalls unter Beteiligung bedeutender marokkanischer und ausländischer Experten stattfinden. „Der polemische und selten widersprüchliche Diskurs über das Phänomen der Radikalisierung hat in den Medien einen guten Stand. Das Aufkommen einer kritischen Synthese und einer hypothetisch-deduktiven Bewertung dieses Diskurses mit inklusiven Konnotationen fehlt jedoch schmerzlich“, betont der Präsident der Stiftung „Club du livre“ und Direktor des Festivals, Abdelhak Souitat. Und er fügt hinzu: „In Marokko, einem Land, das von der Rhetorik und Ideologie des Dschihad ins Visier genommen wird, bleiben die islamwissenschaftlichen Studien meist auf den kleinen Kreis der auf diesem Gebiet spezialisierten Akademiker beschränkt. In diesem Zusammenhang erscheint es angebracht, eine analytische Bestandsaufnahme zu erstellen. Eines der Hauptziele des Kolloquiums von Fès ist es genau, die Genese und Entwicklung darzustellen und die ideologischen und symbolischen Herausforderungen zu klären.“ Darüber hinaus umfasst das Programm weitere kulturelle, künstlerische und literarische Aktivitäten, darunter poetische Lesungen, eine Theateraufführung eines Stücks von Abdelhak Zerouali, die Vorführung eines Films als Hommage an die Filmemacherin Farida Belyazid, Buchpräsentationen wie „Crimes et Tcharmils“ und „À la découverte de Fès“ sowie Debatten über „Fès im Blick des Anderen“, „Fès, Kunst und Traditionen“ und „Das immaterielle Erbe Marokkos“.

