Dakhla trauert. Ein norwegisches Fischereischiff hat am Samstag im Morgengrauen einen marokkanischen Sardinenfänger in zwei Teile geschnitten, was drei Todesopfer forderte und 14 Personen als vermisst gelten lässt. Der Unfall ereignete sich um 04:30 Uhr im Fischereigebiet „Lassarka“, etwa 4,5 Meilen vor der Küste von Dakhla, als das Küstenfischereiboot namens „Taouss“ den Hafen in Begleitung von zwei Trawlern, mittelgroßen Sardinenfängern, verlassen wollte, während das pelagische Fischereischiff, ein unter norwegischer Flagge fahrender SRW namens „Midoy Dakhla“, gerade ein Manöver durchführte, um in die Bucht von Dakhla einzufahren. Einigen Quellen zufolge soll die „Taouss“ beschlossen haben, vor der Midoy vorbeizufahren, trotz der Warnungen des Kapitäns des norwegischen Schiffes und obwohl die Durchfahrtsregeln in der Bucht großen Schiffen Vorrang vor kleinen einräumen. Eine Entscheidung mit schwerwiegenden Folgen, da die beiden Schiffe kollidierten und das marokkanische Boot in zwei Teile schnitten. Dieselben Quellen enthüllten zudem, dass die direkte Ursache für dieses Drama darin liegen könnte, dass die „Taouss“ den Hafen verlassen hatte, ohne dass ihr Fischereimeister an Bord war. Dieser soll sich in Begleitung von sechs Fischern in Laâyoune aufgehalten haben. Anscheinend war sein Stellvertreter, ein Neuling, dessen Name laut einigen Fachleuten nicht einmal im Schiffsregister stehen soll, zum Zeitpunkt des Dramas am Steuer. Schlimmer noch: Die Entscheidung, mit der „Taouss“ in See zu stechen, wurde trotz des schlechten Wetters und des 48-stündigen Streiks getroffen, der von der Nationalen Konföderation der Küstenfischerei (CNPC) beschlossen worden war. Das Schlimmste ist, dass das verunglückte Boot einem einflussreichen Mitglied der CNPC gehören soll, wie unsere Quellen präzisierten. Natürlich wird erst die Untersuchung die Ursachen dieses Dramas aufdecken und die Verantwortung jeder Partei bestimmen können. Aber nicht nur die Umstände dieses Schiffbruchs sorgen für Debatten, auch die Rettungsaktion hat den Zorn der Fachleute der Branche hervorgerufen. Die mangelnde Schnelligkeit des Eingreifens in Verbindung mit der Prekarität der verfügbaren Rettungsmittel wurde stark kritisiert. Unseren Quellen zufolge griffen die Rettungsteams erst eineinhalb Stunden nach dem Drama ein. Ein Unding, da diese Teams angesichts der schlechten Wetterbedingungen, die seit vier Tagen über der Region herrschten, in Alarmbereitschaft sein sollten. Dank zweier Boote, von denen eines einem Mitglied der CNPC gehört, das eigentlich streiken sollte und im Hafen liegen müsste, sich aber vor Ort befand, konnten 14 Fischer gerettet und drei Leichen geborgen werden. Die anderen werden noch vermisst. Die Zählung dieser Schiffbrüchigen ist problematisch, da mehrere unserer Quellen uns mitteilten, dass die Zahl der Personen die 35 im Schiffsregister eingetragenen Personen übersteigen könnte. Eine Frage, die uns zwingt, die Effizienz der Kontroll- und Überwachungsmechanismen der Besatzungen zu hinterfragen. Unsere Quellen enthüllten, dass die Untersuchung Namen von Fischern ans Licht bringen könnte, die in der Nacht des Dramas abwesend waren, und die Anwesenheit von Namen aufdecken könnte, die nicht im Schiffsregister eingetragen waren. Ein weiteres Problem, das sicherlich die Debatte über die Modernisierung der marokkanischen Flotte neu entfachen wird. Zumal einige Eigentümer dieser Boote von erheblichen Unterstützungsgeldern profitiert haben, ohne sich jedoch am Prozess der Erneuerung ihrer Schiffe zu beteiligen.
Nachrichten 03 Mar 2014 3 Min. Lesezeit
Tödlicher Unfall zwischen zwei Fischerbooten in Dakhla

