Der Startschuss für ein Pilotprojekt zur Anpassung des Privatsektors an den Klimawandel fiel im Laufe der Woche in Aït Melloul in der Region Souss-Massa-Drâa – das erste seiner Art in Marokko.
Wie kann der Privatsektor in die von den Behörden initiierten Anpassungspolitiken an den Klimawandel einbezogen werden? Die Antwort auf diese Frage wird durch das Pilotprojekt zur Anpassung des Privatsektors an den Klimawandel veranschaulicht, das im Laufe der Woche in Aït Melloul in der Region Souss-Massa-Drâa gestartet wurde. Diese auf zwei Jahre angelegte Initiative ist Teil eines weltweiten Programms der deutschen Entwicklungszusammenarbeit (GIZ). Das Projekt wird in der Region Souss-Massa-Drâa vom Regionalen Investitionszentrum (CRI) und dem Verband der Industriezone Aït Melloul umgesetzt, mit Unterstützung des Regionalrats durch dessen Umweltausschuss sowie der Regionalen Beobachtungsstelle für Umwelt und nachhaltige Entwicklung. Dieses Projekt zur Anpassung an den Klimawandel findet in einer der südlichen Regionen des Landes statt, die unter Dürreperioden leiden, aber auch außergewöhnliche Niederschläge erleben, wie jene, die am 24. November 2014 mehr als 30 Todesopfer forderten.
Ein Bericht der Weltbank vom 23. November 2014 mit dem Titel „Turn Down the Heat: Confronting the New Climate Normal“ unterstreicht, dass alarmierende Veränderungen bereits weltweit spürbar sind, die Ernten und Küstengebiete schädigen und die Sicherheit der Wasserversorgung bedrohen. In Marokko weist der Weltbank-Bericht „Baissons la chaleur“ (Senken wir die Hitze), der Anfang April in Rabat vorgestellt wurde, darauf hin, dass ein Temperaturanstieg um 4 Grad den landwirtschaftlichen Ertrag um bis zu 39 % senken könnte. Die Folgen der Erderwärmung könnten noch verheerender sein, fügt die Umweltministerin Hakima El Haïti hinzu, da dieser Wandel zu Migrationsbewegungen führen und neue Spannungsgebiete schaffen könnte. „Wenn wir den Klimawandel nicht bekämpfen können, müssen wir uns anpassen“, betonte der Präsident des Regionalrats Brahim Hafidi, zitiert durch die MAP, während der Einweihung des Projekts in Aït Melloul.

