Settat (arabisch: سطات) ist eine bedeutende marokkanische Stadt und die Hauptstadt der gleichnamigen Provinz in der Region Grand Casablanca-Settat. Mit einer Bevölkerung von 171.556 Einwohnern (Stand 2024) fungiert die Stadt als wichtiges Bindeglied zwischen den wirtschaftlichen Zentren des Nordens und den touristischen Regionen des Südens. Ihre Lage, nur 57 km von Casablanca entfernt an der Hauptverkehrsachse nach Marrakesch, macht sie zu einem strategisch bedeutsamen Knotenpunkt.
Die städtische Entwicklung von Settat ist eng mit der Errichtung der Kasbah durch Moulay Ismaïl verbunden. Dieser Bau brachte Sicherheit für Reisende und Einwohner und legte den Grundstein für die Besiedlung der Umgebung. Moulay Ismaïl erhob Settat zum Hauptort der Region und setzte dort den ersten Caïd ein, wodurch die Stadt ihre administrative Unabhängigkeit von den benachbarten Stämmen erlangte.
Bereits zu Beginn des 13. Jahrhunderts festigte Settat seine Rolle als unverzichtbares Verwaltungszentrum. Der fruchtbare Boden der Region begünstigte den Aufstieg zu einem florierenden Handelsplatz für landwirtschaftliche Erzeugnisse im 18. und 19. Jahrhundert. Diese wirtschaftliche Blüte zog eine unternehmerische Bevölkerung an, darunter auch eine bedeutende jüdische Gemeinschaft, die im 19. Jahrhundert ein eigenes Viertel, die Mellah, in unmittelbarer Nähe zur Kasbah gründete.
Die Zeit der Siba und die Ära des französischen Protektorats brachten politische Unruhen und Widerstand durch die Stämme der Chaouia mit sich. Dennoch erlebte die Stadt zwischen 1913 und 1925 einen beispiellosen demografischen und städtebaulichen Aufschwung. Nach einer Phase der Stagnation ab den 1950er Jahren, bedingt durch den rasanten Aufstieg Casablancas, begann ab den 1970er Jahren eine umfassende Modernisierung, die Settat zu einem modernen regionalen Zentrum transformierte.
Seit den 1990er Jahren hat Settat massiv in seine Infrastruktur investiert. Heute zeichnet sich die Stadt durch folgende Merkmale aus:
Das historische Erbe von Settat ist untrennbar mit der Kasbah verbunden, die als architektonisches Zeugnis der Herrschaft von Moulay Ismaïl dient. Die historische Mellah erinnert zudem an das multikulturelle Erbe der Stadt, in der verschiedene Bevölkerungsgruppen über Jahrhunderte hinweg den Handel und das gesellschaftliche Leben prägten. Die Stadt bewahrt heute den Geist eines Ortes, der trotz seiner modernen industriellen Ausrichtung seine Wurzeln als historischer Handelsplatz zwischen Nord- und Südmarokko pflegt.