Ain Bni Mathar ist eine marokkanische Stadt in der Provinz Jerada, eingebettet in die weite Landschaft der Region L'Oriental. Mit einer Bevölkerung von 15.488 Einwohnern (Stand 2024) fungiert die Stadt als ein bedeutendes lokales Zentrum, das moderne technologische Innovationen mit tief verwurzelten landwirtschaftlichen Traditionen verbindet. Gelegen etwa 80 Kilometer südlich von Oujda, bietet die Stadt einen Einblick in das authentische Leben der marokkanischen Hochebenen.
Die Stadt erstreckt sich auf einem Plateau, das sich auf fast 500 Metern Höhe befindet. Diese geografische Lage prägt das Landschaftsbild, das von weiten, trockenen Flächen dominiert wird, die jedoch durch gezielte Bewässerungssysteme fruchtbar gemacht wurden. Die Nähe zur Quelle Ras El Aïn ist für die Region von entscheidender Bedeutung. Das Wasser dieser Quelle wird über ein traditionelles Netz von Séguias (Bewässerungskanälen) verteilt, was den Anbau von Gemüse und Futterpflanzen in der direkten Umgebung der Stadt erst ermöglicht.
Ain Bni Mathar hat sich in den letzten Jahren als ein wichtiger Standort für die Energiewende des Königreichs Marokko etabliert. Die Stadt ist der Geburtsort des ersten Hybridkraftwerks des Landes. Dieses Thermosolarkraftwerk spielt eine zentrale Rolle bei der Diversifizierung der nationalen Energiequellen und leistet einen wesentlichen Beitrag zur Unterstützung des wirtschaftlichen Wachstums der gesamten Region.
Die Region um Ain Bni Mathar ist eng mit der Viehzucht verbunden. Besonders hervorzuheben ist die Zucht der Schafrasse „Beni Guil“. Diese Rasse ist weit über die Provinzgrenzen hinaus für ihre hochwertige Wolle bekannt. Die Stadt fungiert als zentraler Umschlagplatz und Versorgungszentrum für die gesamte Region, wenn es um den Handel mit Schafen und Vieh geht. Die Kombination aus der traditionellen Schafzucht und dem durch die Quelle Ras El Aïn ermöglichten Ackerbau bildet das wirtschaftliche Rückgrat der lokalen Bevölkerung.
Das Leben in Ain Bni Mathar ist geprägt von den Rhythmen der Landwirtschaft und der Verbundenheit mit dem Land. Die Bewohner nutzen die natürlichen Ressourcen der Umgebung, insbesondere das Wasser der Quelle Ras El Aïn, um ihre Lebensgrundlage zu sichern. Die Stadt dient als wichtiger Knotenpunkt für die umliegenden ländlichen Gebiete, in denen die Traditionen der Region L'Oriental noch heute aktiv gepflegt werden. Besucher, die die Stadt erreichen, finden eine Gemeinschaft vor, die stolz auf ihre Rolle als Energieproduzent und als Zentrum der regionalen Viehwirtschaft ist.