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Tanger (auf Arabisch: طنجة, Tanja; griechisch-römisch: Tingis) ist eine Stadt im Norden Marokkos. Sie ist der Hauptort der...

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Nachrichten 07 Jun 2013 2 Min. Lesezeit

Tanger im Zeichen von „4:48 Psychose“

Tanger im Zeichen von „4:48 Psychose“

Asmaa Houri und ihr Team konnten ihre wesentliche Botschaft vermitteln. Am vergangenen Sonntag, im Rahmen des Festivals der öffentlichen Aufführungen, regte die Truppe „Théâtre Anfass“ das breite Publikum zum Nachdenken an. Fernab von diesem einfachen und banalen kulturellen Konsum war das Stück „4:48 Psychose“, das zur Aufführung kam, vor allem eine Einladung zur Reise, im Baudelaire'schen Sinne, gewiss, aber auch auf der Höhe der großen Überlegungen eines Michel Foucault. Und wie der brasilianische Regisseur Glauber Rocha will die junge Regisseurin Asmaa Houri die Messlatte sehr hoch legen. „Es ist unumgänglich, wir haben keine Wahl, entweder das Publikum dort zu lassen, wo es ist, indem wir ihm kulturell gesehen kleinliche und dürftige Angebote machen, oder es zu unterrichten und zum Nachdenken einzuladen. Das ist eine der traditionellen Missionen der Bretter, die die Welt bedeuten“, sagt sie in einem intellektuellen Ton. Hier ist also eine neue Generation, die anders denkt. Wohltuend für die Kulturszene unseres Landes. Und wenn man weiß, dass ihr Team die Schauspielerin Meryem Zaimi, den Szenografen Abdelmajid El Haouasse und den Komponisten Rachid Bromi umfasst, versteht man alles. Khalid Amin und sein Internationales Zentrum für Theaterstudien haben dem breiten Publikum nicht nur ein Stück zum Sehen, sondern auch eine Vision zum Verstehen geboten.

Adaptiert von „4:48 Psychose“ von Sarah Kane, setzt sich das Stück als künstlerisches und thematisches Ziel, den Schleier über das Ungesagte zu lüften, zu berichten, was andere nicht sehen, mit dem Finger auf diese mörderische Gleichgültigkeit des anderen, oder besser gesagt der anderen, zu zeigen... Und schließlich ein Tabu zu ritualisieren... Asmaa Houri, die eine Theaterausbildung in Schweden genossen hat, denkt eloquent über ihr Thema nach: „...Wenn man unter einer chronischen Depression leidet und eine vorsätzliche und minutierte Entscheidung trifft, sich umzubringen, bringt man dann die Weisheit zur Welt? Oder ist es einfach Wahnsinn? Wer ist verrückt? Ist es das wahnhafte Subjekt oder die Welt, die es umgibt?“, fragt sich die Regisseurin, die alle möglichen Mehrdeutigkeiten auf die Bühne bringt, um das Publikum zur Reflexion zu bewegen, und nicht unbedingt zu Antworten. Das ist keineswegs ihr Ziel.

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