Die Einweihungszeremonie des neuen Sitzes des Familiengerichts von Oujda war für Mustapha Ramid kein Zuckerschlecken. Die Urkundsbeamten des Berufungsgerichts von Oujda schlossen sich der Veranstaltung an, um ihren Unmut über die repressiven Methoden und illegalen Entscheidungen auszudrücken, die der Minister für Justiz und Freiheiten als einzige Verhaltensregel gewählt hat. Wie bei jedem seiner offiziellen Auftritte für irgendeine Aktivität erhielt Mustapha Ramid am Montag vom Justizpersonal, das sich im Sitzstreik befand, einen äußerst bewegten Empfang.
Einige Demonstranten, mehrheitlich Aktivisten der Demokratischen Justizgewerkschaft (SDJ), der repräsentativsten Zentrale im Sektor, wurden von den Ordnungskräften gewaltsam misshandelt. Der Sekretär der Sektion und Mitglied des nationalen Büros der SDJ, Anderrahmane Sahmoudi, sowie Abdelouahab Kalaai, Mitglied des lokalen Büros in Oujda, wurden sogar verletzt.
Entschlossen, jede Protestbewegung zu unterbinden, zögerten diese Elemente nicht, die Transparente und Plakate der Urkundsbeamten zu beschlagnahmen, die Slogans skandierten, in denen die beispiellose und erbitterte Offensive gegen die gewerkschaftlichen Freiheiten angeprangert wurde, die der Justizminister gegen die Sekretariate und insbesondere die Aktivisten der SDJ führt.
Angefangen bei seiner unverständlichen Entscheidung, jede Aktivität zu boykottieren und jeden Dialog mit der SDJ abzubrechen, über die Entlassung des Leiters des Sekretariats des Gerichts von Ksar Lakbir, Fakhreddine Benhaddou, bis hin zum Ausschluss des Generalsekretärs der besagten Gewerkschaft, Abdessadek Saaidi, aus der Sendung Moubacharatan Maakoum.
Die massive Präsenz der Letzteren ließ die vor Ort anwesenden Justizparteien nicht unberührt, die ihren Unmut äußerten und dem Minister ihre Probleme mit dem Justizapparat darlegten.
Es sei daran erinnert, dass das Justizpersonal infolge dieser Entscheidungen, die die Spannungen im Sektor nur noch weiter angeheizt haben, und auf Aufruf des nationalen Büros der SDJ am Freitag, den 1. Februar, in den Gerichten des Königreichs in einen 24-stündigen Streik treten wird. Ein friedlicher nationaler Marsch wird zu diesem Zweck vom erstinstanzlichen Gericht in Tanger aus starten, um sich zu dem Ort zu begeben, an dem eine Dialogsitzung über die sogenannte Justizreform stattfinden soll.
Nachrichten 30 Jan 2013 2 Min. Lesezeit
Die Urkundsbeamten von Oujda bereiten Ramid einen bewegten Empfang

