Die 23. Ausgabe der Wochen des europäischen Films wurde am Mittwoch in Rabat mit der Vorführung des irischen Kurzfilms "Jimmy's Hall", dem Schlusspunkt einer außergewöhnlichen filmischen Karriere, die mehr als fünf Jahrzehnte umspannt, und des marokkanischen Kurzfilms "Leur nuit" der marokkanischen Regisseurin Narrimane Yamna Faqir eröffnet.
"Jimmy's Hall" ist eine schöne soziale Erzählung, die mit Nachdruck die Dummheit und Intoleranz in einem Dorf im Norden Irlands in den 30er Jahren anprangert. Er ist besetzt mit Barry Ward, Simone Kirby und Andrew Scott.
"Leur nuit" konzentriert sich auf eine Nachtwächterin eines Parkplatzes, die das mysteriöse Verschwinden ihrer Tochter thematisiert.
Bei dieser Gelegenheit merkte der Botschafter der Europäischen Union in Marokko, Rupert Joy, an, dass die meisten Kinosäle in Marokko mittlerweile digitalisiert seien, was es dieser Veranstaltung ermögliche, in mehreren Städten weiterzuleben, und fügte hinzu, dass die Stadt Casablanca im nächsten Jahr erneut ein Ziel der Wochen des europäischen Films sein werde.
Zum ersten Mal werden die Filme im DCP-Format ausgestrahlt, das heute das 35-mm-Format vollständig ersetzt hat.
Die Auswahl dieser Ausgabe besteht aus dem deutschen Dokumentarfilm "Das Salz der Erde" von Wim Wenders und Juliano Salgado, der sowohl in Cannes (Preis der ökumenischen Jury "Besondere Erwähnung" und Spezialpreis "Un Certain Regard") als auch in San Sebastian (Publikumspreis) ausgezeichnet wurde, sowie dem belgischen Film "Zwei Tage, eine Nacht" von Jean-Pierre und Luc Dardenne mit Marion Cotillard, Fabrizio Rongione und Olivier Gourmet, der im offiziellen Wettbewerb des letzten Festivals von Cannes lief.
Aus Frankreich wird "3 Herzen" von Benoit Jacquot gezeigt, sowie der britische Dokumentarfilm "National Gallery" von Frederick Wiseman und der ungarische Film "White God" von Kornel Mundruczo.
Der italienische Film "Land der Wunder" von Alice Rohrwacher und der rumänische Film "Mutter und Sohn" von Calin Peter Netzer werden ebenfalls präsentiert.
Neben dem Kurzfilm "Leur nuit" werden zwei Filme von zwei jungen Regisseurinnen gezeigt. Es handelt sich um "Une journée ordinaire" von Bahia Allouache aus Algerien und "Peau de colle" von Kaouther Ben Hania aus Tunesien.
Neben Rabat, Tanger und Marrakesch, die bereits in der Vergangenheit Treffpunkte für dieses Ereignis waren, knüpft diese Ausgabe an den Wunsch an, mehr junge Menschen in die Kinosäle zu locken und den Blick zu entdecken, den europäische Filmemacher auf die Welt werfen.
Kultur 22 Nov 2014 2 Min. Lesezeit
Rabat im Zeichen der Wochen des europäischen Films

