Unter den Theatertruppen, die eingeladen wurden, an diesem Wochenende auf den Brettern des internationalen Theaterfestivals von Figuig aufzutreten, findet man die des nationalen Zentrums für dramatische und szenische Künste von Kef, Tunesien. Zwanzig Jahre Existenz, Übung und Professionalität. Diese wichtige Erfahrung wurde auch durch eine Theatertradition von fast siebenundvierzig Jahren bereichert. Die Region Kef, die 160 km von der Hauptstadt entfernt liegt, ist in der Tat bekannt für die Begeisterung ihrer Jugend für Kultur im Allgemeinen und Theater im Besonderen. Dort hat ein gewisser Mouncif Souissi 1966 eine der berühmten Truppen des Landes gegründet.
Es ist also kein Zufall, dass ihre Aufführung von den Theaterbegeisterten im Oriental mit Spannung erwartet wird. „Tark Assalij“ oder „Wenn die Zungen abgeschnitten sind“ ist der Titel des Stücks, das aus dem tunesischen Volkserbe geschöpft hat. Es ist eine bemerkenswerte Präsenz. Geschickte und erfahrene Schauspieler. Der Raum ist halb dunkel. Labyrinthe und Korridore ohne echten Ausweg. Eine Erneuerung der verwendeten Mittel und Methoden. Eine sehr fortgeschrittene künstlerische Vision.
Die Geschichte wird subtil durch Aktionen, Bewegungen, Gesten und ein einfaches und bedeutungsvolles Wort vermittelt. Charaktere, die sich verabreden, sich aber nie treffen. Ein Leben, das von Leiden, Traurigkeit und Unglück gezeichnet ist, das an Tragödie grenzt. Ein Spiel von Leben und Tod. Als politische Gefangene informiert, dass die Todesstrafe, eine Verurteilung, die sie erleiden müssen, auf ein unbestimmtes Datum verschoben wurde. Sie finden in die Kerker zurück, um erneut verfolgt und gefoltert zu werden. Dennoch beharren die Charaktere darauf und unterzeichnen. Sie wollen leben, klammern sich an den Schimmer einer vielversprechenden Hoffnung und strahlen diese Liebe zum Leben aus.
Neben „Tark Assalij“ konnten die Liebhaber dieses wegweisenden Genres drei weitere Stücke genießen, namentlich „La Vie en rose“ der spanischen Truppe „El gran cameleon teatro“, „Azzouhri“ (Der Glückliche) der Truppe Assalam für Theater und Kunst in Oujda und schließlich „Die Hyäne der Ergs“, ein libysches Stück.
Der Sonntag war auch von einer Konferenz über „Spektakel und marokkanische Volkskultur“ geprägt, moderiert von Zhour Ibrahim, Mohamed Hamidi und Salaheddine Jebbari…
Nachrichten 17 Apr 2013 2 Min. Lesezeit
Das tunesische Theater auf dem Spielplan

