Früher war die Stadt Agadir stolz darauf, einige seltene Denkmäler und historische Stätten zu besitzen, Zeugen ihrer fernen Vergangenheit, die dem Erdbeben widerstanden haben, das sie am 29. Februar 1960 vernichtete. Es handelt sich um die Überreste des portugiesischen Forts, der Kasbah von Agadir Oufella und der Mole des alten Hafens, die lange vor dem Bau des alten Hafens der Stadt existierte.
Aber eines schönen Tages wurde dieser Landungssteg, der sich direkt gegenüber dem Ort befand, an dem der alte wöchentliche Souk von Lâarba n'Ougadir stattfand, von der Landkarte gestrichen, damit er der Realisierung eines kommerziellen Projekts Platz machte. Diese Mole ist also für immer in der totalen Gleichgültigkeit verschwunden.
Dasselbe geschah mit den Kanonen der Kasbah, von denen ein guter Teil im Gelände des alten portugiesischen Forts vergraben war und die eines Tages wie durch Zauberhand verschwanden. Getrennt von ihren Lafetten, die man vor Ort zurückließ, wurden die beiden großen Kanonen, die dazu dienten, die Stadt gegen jede ausländische Invasion zu verteidigen, verlegt und schmücken heute die Treppe der Wilaya der Region Souss-Massa-Drâa. Andere, von kleinerem Kaliber, wurden in letzter Minute gerettet und sind derzeit am Eingang des Erinnerungsmuseums im Garten Olhão ausgestellt. Und man stellt sich immer noch die folgende Frage: Wo sind also die anderen Kanonen der Kasbah geblieben?
Die Kasbah, die vor dem Beben ein schönes, sehr belebtes Viertel beherbergte, ist nach der Katastrophe von 1960 zu einem Sammelfriedhof geworden. Nur das Mausoleum von Sidi Boujemâa Aguenaou wacht über den Ort, den ein Dutzend Antennen oder Satellitenschüsseln visuell verschmutzt haben. Und wieder einmal wurde nichts getan, um die Einhaltung der Texte zu erzwingen, die diese historische Stätte schützen, welche gemäß dem Dahir vom 13. Februar 1914 über die Erhaltung historischer Denkmäler und dem Dahir vom 23. März 1944 über die Klassifizierung der Kasbah von Agadir Ighir sowie dem Rundschreiben des Ministeriums Nr. 73/d vom 30. Dezember 1992 bezüglich der Anwendung der Gesetzgebung zum Schutz historischer Denkmäler und Stätten klassifiziert ist.
Es ist daher zu hoffen, dass diese Antennen und Satellitenschüsseln endlich an einen anderen Ort verlegt werden und dass die Kasbah von Agadir Oufella, die die Stadtgemeinde zu rehabilitieren begonnen hat, ein für alle Mal davon befreit wird.
Nachrichten 15 May 2012 2 Min. Lesezeit
Historische Denkmäler: Die Kasbah von Agadir Oufella muss von ihren Satellitenschüsseln befreit werden

