Der Sprachfaktor stellt ein Hindernis für die Zusammenarbeit zwischen amerikanischen Forschungszentren und marokkanischen Universitäten dar, erklärte am Dienstag in Kénitra Herr Kamal Oudrhiri, marokkanischer Telekommunikationsingenieur am Propulsion Laboratory der NASA in Pasadena, Kalifornien.
Herr Oudrhiri, der zusammen mit einem seiner Kollegen, einem Robotik-Spezialisten der NASA, Herrn Paulo Younse, und der marokkanischen Athletin Nezha Bidouane, Weltmeisterin über 400 Meter Hürden, eine Konferenz an der Ecole Nationale de Gestion et de Commerce (ENCG) in Kénitra zum Thema Erfolg durch Innovation leitete, betonte besonders die Beherrschung der englischen Sprache. Amerikanische Forschungszentren, sagte er, bauen Kooperationsbeziehungen mit öffentlichen Universitäten auf, die die englische Sprache beherrschen.
Herr Oudrhiri, der auch Präsident der amerikanischen Stiftung Grove of Hope ist, hält vom 2. bis 16. Mai eine Reihe von Konferenzen an mehreren marokkanischen Universitäten im Rahmen seines Frühlingskonferenzzyklus zum allgemeinen Thema "Tradition, Innovation und akademische Exzellenz".
Das Ziel dieser Konferenzreihe, erklärte er, sei es, die Bedeutung der Rolle der Technologie für eine qualitativ hochwertige Hochschulbildung hervorzuheben. Marokko, sagte er, sei in Afrika führend im Bereich der Telekommunikation, aber seine Universitäten profitierten nicht von diesem technologischen Vorteil. Die Qualität der öffentlichen Hochschulbildung, sagte er, sei eines der Kriterien für die Bewertung des Entwicklungsgrades eines Landes.
Für Herrn Oudrhiri müssen marokkanische Universitäten eine technologische Plattform schaffen, die es ihnen ermöglicht, eine Zusammenarbeit aus der Ferne aufzubauen, insbesondere durch Videokonferenzen. Man lerne mehr durch den Austausch von Erfahrungen, Wissen und Fragen als durch Vorlesungen und Auswendiglernen, betonte er.
Die Stiftung "Grove of Hope", die eine Gruppe international renommierter Spezialisten und Fachleute umfasst, hat es sich zur Aufgabe gemacht, die Erd- und Weltraumwissenschaften in Afrika zu fördern. Herr Oudrhiri gab an, dass seine Stiftung seit 2004 in Marokko ein Partnerschaftsprogramm mit Grund- und weiterführenden Schulen zur Vermittlung von Wissenschaften an junge Menschen, zum Projektmanagement und zur Führung an der Universität sowie zum Erlernen der englischen Sprache begonnen habe.
Nezha Bidouane ihrerseits sprach über ihren sportlichen Werdegang, ihre Erfolge und auch ihre Rückschläge und riet den Studenten, ihre Erfolge zu nutzen und aus ihren Misserfolgen zu lernen. "Durch Hinfallen lernt man laufen", sagte sie.
Nachrichten 08 May 2013 2 Min. Lesezeit
Kamal Oudrhiri: "Der Sprachfaktor stellt ein Hindernis für eine Partnerschaft zwischen marokkanischen und amerikanischen Universitäten dar"

