Es musste 5 Uhr morgens sein, gestern Montag, als die Ordnungskräfte, begleitet von Baggern, im Waisenhaus von Aïn Chock in Casablanca eintrafen. Die hundert Bewohner, die die Räumlichkeiten immer noch belegen, wurden evakuiert und postierten sich am Eingang der Einrichtung, weigerten sich, daraus vertrieben zu werden und lehnten die Idee ihres Abrisses ab. Dennoch wurde kürzlich ein Urteil bezüglich dieses letzten Rechtsmittels gefällt. Das Urteil basiert auf einem Gutachten des Labors LPEE, das feststellt, dass die Gebäude des Waisenhauses baufällig sind und eine Gefahr für ihre Bewohner darstellen. Ebenso soll die Mehrheit der Letzteren das gesetzlich festgelegte Alter von 18 Jahren überschritten haben.
Laut Quellen, die dem Dossier nahestehen, liefen seit langem Verhandlungen, die von einer zu diesem Zweck gebildeten gemischten Kommission geführt wurden, um eine Lösung für die letzten Bewohner des Waisenhauses zu finden, mit dem Ziel ihrer sozioprofessionellen Wiedereingliederung. Zu den von den Behörden vorgeschlagenen Lösungen gehört die vorläufige Unterbringung der Bewohner im Sozialzentrum von Tit Méllil. Nach neuesten Informationen sollen diese das Angebot abgelehnt haben. Wie dem auch sei, gestern, Montag, am Nachmittag, hatten die Bagger noch nicht mit den Abrissarbeiten begonnen, mit Ausnahme der Umfassungsmauer, die am Vormittag teilweise zerstört wurde.

