„Mohammedia, Stadt der Solidarität und des komplementären Tourismus“ (Handi-Tourismus) – das ist das Ziel von Equibioz, einer NGO, die sich für die Entwicklung ökologischer und solidarischer Konzepte und Dienstleistungen einsetzt. Dieses in Marokko neue Konzept zielt darauf ab, die Stadt Mohammedia so umzugestalten, dass sie Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder Abhängigkeiten unter besseren Bedingungen empfangen kann. Es besteht in der Schaffung barrierefreier Unterkünfte oder behindertengerechter Wohnungen in neuen Wohnanlagen oder bei Immobilienrenovierungen. In der ersten Phase des Projekts sind 30 bis 50 Einheiten von mindestens 40 m² erforderlich. Angepasste Wege sind ebenfalls unerlässlich, um den Aufenthalt der betroffenen Touristen komfortabler zu gestalten. Ebenso sollten Sport- und Freizeiteinrichtungen angepasst werden. Laut Michel Marbot von Equibioz, der dieses Projekt leitet, sollte die Stadt der Blumen ihre Immobilienrestrukturierung nutzen und die Gelegenheit nicht verpassen, ohne finanzielle Mehrkosten eine angepasste Infrastruktur zu realisieren. Nach Ansicht dieses Spezialisten für Aufenthalte und Freizeitangebote für Menschen mit eingeschränkter Mobilität erfordert die Installation von Zugangsmöglichkeiten für diese Kategorie kein großes Budget, wenn sie von Anfang an eingeplant wird. Letzterer bestätigt, dass die Stadtgemeinde als Bauherr im Bereich der Straßeninfrastruktur dem Konzept bereits zugestimmt hat.
Tatsächlich werden die von der Gemeinde in Mohammedia gestarteten Baustellen künftig die Bedürfnisse von Menschen in Abhängigkeitssituationen berücksichtigen. „Dieses Projekt wird nicht nur den Touristen zugutekommen, sondern auch den Einwohnern mit eingeschränkter Mobilität und älteren Menschen, denen das Fortbewegen zunehmend schwerfällt“, erklärt Michel Marbot. Die Gestaltung der Straßen kann somit Menschen, die aufgrund ihrer gesundheitlichen Probleme ausgegrenzt sind, das Leben erleichtern. Ein barrierefreier Wohnraum ist bei Abhängigkeit oder eingeschränkter Mobilität ebenfalls wichtig. So zielt das Projekt „Mohammedia Stadt der Solidarität“ darauf ab, Immobilienentwickler zum intelligenten Bauen zu bewegen und zu überzeugen, Einheiten im Erdgeschoss für ältere Menschen oder Menschen mit Behinderungen einzurichten. Diese Immobilieneinheiten können später vermietet oder verkauft werden. Auch Eigentümer bestehender Villen und Wohnungen können sich dem Projekt anschließen und ihre Wohnsitze barrierefreier gestalten. Fachleute können interessierte Personen oder Touristen mit eingeschränkter Mobilität bei täglichen Dienstleistungen begleiten. Den Initiatoren des Projekts zufolge könnte Mohammedia, wenn alles gut läuft, den ersten Badeort beherbergen, der für alle zugänglich ist, auch für Menschen mit besonderen Bedürfnissen. Dies könnte eine Alternative zum traditionellen Tourismus darstellen und das Image der Stadt auf internationaler Ebene aufwerten.
Laut Michel Marbot sind auch Verantwortliche von Freizeit- und Sportclubs von der Idee dieses Konzepts begeistert, das die menschliche Dimension von Mohammedia aufwerten wird. Vorerst ist nur die Unterstadt von diesem Projekt betroffen. Der Strand, die Klippe, der Hafen, die Kasbah, das Rathaus... werden somit in den Rundgang des zukünftigen Badeortes aufgenommen. Eine Gelegenheit, diese touristischen Stätten zu fördern.
Ein Projekt der SozialwirtschaftDieses Konzept des Handi-Tourismus stellt ein Projekt der sozialen und solidarischen Wirtschaft dar, das nicht nur die Region, sondern auch ihre menschlichen Ressourcen aufwertet. Es wird zur Schaffung von Arbeitsplätzen nach der Ausbildung von qualifiziertem Personal für die Unterstützung von Menschen mit Behinderungen beitragen. Ebenso könnten lokale Vereine Partner sein, indem sie die Kommunikation übernehmen oder die Reservierungen verwalten. Es ist anzumerken, dass dieses in Mohammedia erprobte Projekt einen ersten Schritt für einen Start in anderen Städten darstellt.

