Fast 76.000 Hektar im bewässerten Gebiet von Doukkala-Abda werden bis 2023 im Rahmen eines Programms auf Tröpfchenbewässerung umgestellt. Dieses Projekt ist laut den Behörden aufgrund der strategischen Bedeutung dieses Gebiets und seiner Auswirkungen auf die regionale Entwicklung gerechtfertigt. Zu diesem Zweck wurden bereits Projekte gestartet, andere befinden sich durch das Regionale Amt für landwirtschaftliche Entwicklung von Doukkala (ORMVAD) in der Vorbereitung. Ziel ist die kollektive Umstellung der Bewässerungssysteme in den bewässerten Sektoren von Schwerkraft- oder Sprinklerbewässerung auf Tröpfchenbewässerung sowie Anreize zur Umsetzung von Wassersparprojekten. Das Projekt zur Umstellung des Bewässerungssystems im Sektor Boulaouane ist Teil dieses Programms und gilt als Pilotprojekt auf nationaler Ebene, da es die kollektive Umstellung des seit den sechziger Jahren bestehenden Sprinklerbewässerungssystems auf ein Tröpfchenbewässerungssystem auf der gesamten Fläche des Sektors von 1.100 Hektar ermöglicht hat.
Die Umsetzung des Projekts erfolgt im Rahmen einer dreiseitigen Partnerschaftsvereinbarung zwischen dem ORMVAD, dem Verband der landwirtschaftlichen Wassernutzer des Sektors Boulaouane (AUEAB) und der Agentur für das Einzugsgebiet von Oum Er-Rbia (ABHO). Das Projekt stellt eine Referenz für die Förderung und Entwicklung der Wassereinsparung und deren Aufwertung bei der Bewässerung dar, was eines der wesentlichen Ziele des „Plan Maroc Vert“ ist, der vom Ministerium für Landwirtschaft und maritime Fischerei auf Anweisung Seiner Majestät König Mohammed VI. ins Leben gerufen wurde. Der Sektor Boulaouane ist der erste in Marokko, in dem die Sprinklerbewässerung eingeführt wurde. Er verfügt über eine Pumpstation, die das Wasser aus dem Hauptkanal, dem sogenannten „Bas Service“ von Doukkala, entnimmt und in ein Netz aus unterirdischen Leitungen mit einer Gesamtlänge von 32,5 km pumpt. Dieser Sektor ist Teil des bewässerten Gebiets von Doukkala in der Provinz El-Jadida. Er besteht aus 5-Hektar-Parzellen, die im Rahmen der Agrarreform an etwa 220 Empfänger verteilt wurden, die in 10 Genossenschaften organisiert sind. Die Bewässerung dieses Sektors erfolgt hauptsächlich aus dem durch den Staudamm Al Massira regulierten Wasser und teilweise aus unterirdischen Wasserressourcen, die bei geringeren Zuflüssen aus dem Staudamm als ergänzende Bewässerung dienen.
Das Projekt besteht einerseits aus einer Komponente für die Ausrüstung außerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe, nämlich dem Bau einer großen Hauptfilterstation, die eine der bedeutendsten ihrer Art im Königreich ist.
Zu nennen ist auch die Verstärkung der Pumpstation sowie die Errichtung von 220 individuellen Anschlüssen (einer pro landwirtschaftlichem Betrieb). Jeder Anschluss ist mit einem Wasserzähler, einem Regulierorgan und einer Sekundärfilteranlage ausgestattet. Andererseits gibt es eine Komponente für die Ausrüstung innerhalb der landwirtschaftlichen Betriebe, nämlich die Tröpfchenbewässerungsnetze. Die Kosten des Projekts belaufen sich auf 40 Millionen DH, wovon 8 Millionen DH für die externe Ausrüstung vom Staat finanziert wurden und 32 Millionen DH für die interne Ausrüstung vollständig im Rahmen des Fonds für landwirtschaftliche Entwicklung finanziert wurden. Die Analyse und Bewertung der Rentabilität, der Chancen und der Auswirkungen des Projekts zeigen derzeit die Bedeutung des Projekts, das es verdient, in anderen Sektoren dupliziert zu werden, um eine umfassende landwirtschaftliche Entwicklung in der Region zu ermöglichen. Es ist anzumerken, dass das Pilotprojekt zur Umstellung von Boulaouane in den regionalen Landwirtschaftsplan von Doukkala integriert ist, insbesondere im Bereich der Entwicklung des Gemüsebaus. Seine Bedeutung ergibt sich aus den sehr positiven Auswirkungen auf die Landwirte durch die Verbesserung ihres landwirtschaftlichen Einkommens.
Tatsächlich zeichnet sich der Plan zur landwirtschaftlichen Entwicklung nach der Umsetzung des Projekts derzeit durch ein System mit hochintensiver Kultivierung aus, das auf Zuckerrüben, Gemüse, Futterpflanzen und Getreide basiert, wobei die Intensivierungsrate fast 140 % statt zuvor 109 % erreicht. Die tierische Produktion stellt ihrerseits eine wichtige Komponente dar, insbesondere aufgrund der Milchproduktion, die von einer im Sektor gebildeten Genossenschaft gesammelt wird. Die Erträge der Kulturen sind deutlich gestiegen und liegen auf einem hohen Niveau, nämlich 90 bis 100 Tonnen pro Hektar bei Zuckerrüben, 60 bis 70 Doppelzentner pro Hektar bei Getreide und 50 bis 70 Tonnen pro Hektar bei Gemüse. Das Projekt stellt auch eine Referenz für die Förderung und Entwicklung der Wassereinsparung und deren Aufwertung bei der Bewässerung auf nationaler Ebene dar.
Ein Programm mit vielfältigem Nutzen
Die Aufwertung des Bewässerungswassers würde 6 DH/m3 betragen, gegenüber 2 DH/m3 ohne dieses Projekt.
Die interne Rendite des Projekts liegt bei 28 %.
Die Amortisationszeit des investierten Kapitals beträgt laut Experten nur vier Jahre.
Eine Wassereinsparung von 40 %.
Eine Energieeinsparung von 5 bis 10 %.
Eine Verbesserung der Bewässerungseffizienz um 90 % (gegenüber 70 % vor dem Projekt).
Eine Verbesserung der Produktivität um 100 %, je nach angebauter Kultur.
Eine Rationalisierung des Einsatzes von Düngemitteln und Pestiziden um 30 %.
Eine Entlastung des Grundwasserspiegels.

